Ich darf mich vorstellen ...

Moritz Reitberger

Aufgewachsen bin ich in Oberbayern und hatte als Kind noch kein Interesse an meiner Familiengeschichte. Der kleine Kreis meiner Verwandtschaft war selten zu Besuch und das Thema spielte für mich schlicht keine Rolle. Erst als mein Vater bei einem Spaziergang erwähnte, dass es in seiner Familie einmal einen Zauberer und Musiker gegeben habe, wurde ich neugierig. Plötzlich lagen alte, schwer lesbare Dokumente aus dem Keller vor mir. Urkunden, die meine Oma während der Zeit des Nationalsozialismus als Nachweis der arischen Abstammung zusammentragen musste. Unangenehme Relikte, aber für mich ein erster Zugang zu meinen Wurzeln.Ich begann, auf der Online-Plattform "Ancestry" einen Stammbaum anzulegen. Doch die Informationen waren spärlich, viele Verwandte wussten kaum mehr als ich selbst, und die alte Schrift machte alles noch schwieriger. Ein älterer Nachbar half mir zwar beim Entziffern, aber irgendwann verlor ich als Jugendlicher das Interesse und der angelegte Stammbaum geriet in Vergessenheit.Jahre später, Anfang 2020, erreichte mich plötzlich eine Nachricht aus Kanada. Eine Frau, die denselben Mädchennamen wie meine Großmutter trug, suchte den Besitzer meines Stammbaums. Erst war ich skeptisch, doch nach ihrer zweiten Nachricht hat es dann 'klick' gemacht: Sie war die Cousine meiner Mutter.Unser Austausch entfachte mein altes Interesse neu und nun ist die Ahnenforschung während der letzten 6 Jahre zu meinem Haupthobby geworden.